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Ratgeber

Tipps für Ihren nächsten Strandausflug an Fluss, See und Weiher

Ein Badetag in einer Schweizer Stadt scheitert selten am Wetter. Er scheitert daran, dass der Ort nicht zur Tageszeit passt, dass die Strömung anders läuft als erwartet, oder dass das Wasser fünf Grad kälter ist, als der Nachmittag vermuten liess.

Zuerst das Wasser, dann die Luft

Die Lufttemperatur sagt wenig darüber, wie ein Badetag wird. Ein Fluss aus dem Alpenraum kann an einem 30-Grad-Tag 16 Grad haben, wenn es im Oberland geregnet hat; ein See kann im September wärmer sein als die Luft am Morgen. Wer die gemessene Wassertemperatur kennt, weiss vorher, ob es ein Schwimmtag oder ein Liegewiesentag wird.

Grosse Wasserkörper reagieren träge, kleine schnell. Der Zürichsee und der Vierwaldstättersee brauchen Wochen, um sich aufzuheizen, und geben die Wärme ebenso langsam wieder ab. Ein Weiher über St. Gallen ist nach drei heissen Tagen warm und nach einem Gewitter wieder kühl. Zwischen beiden liegen die Flüsse: Der Rhein bei Basel folgt dem Wetter mit Tagen Verzögerung, die Aare in Bern fast unmittelbar.

Strömung ist wichtiger als Temperatur

In einem Fluss entscheidet nicht das letzte Grad, sondern die Wasserführung. Nach Regen im Einzugsgebiet steigt der Pegel, die Strömung wird schneller, und Ein- und Ausstiege, die bei Niedrigwasser bequem waren, werden schwierig. Wer die Ausstiege einer Strecke nicht kennt, steigt nicht ein; das gilt an der Aare in Bern so wie am Rhein in Basel.

Am Rhein kommt die Schifffahrt dazu. Er ist eine Wasserstrasse, Frachtschiffe halten nicht an, und ein Badender im Wasser ist von der Brücke aus schlecht zu sehen. Der wasserdichte Schwimmsack, den in Basel praktisch alle benutzen, ist deshalb nicht nur ein Behälter für Kleider, sondern Auftrieb und Sichtbarkeit in einem.

Die Tageszeit macht den Unterschied

Die zentral gelegenen Bäder in Zürich sind bei schönem Wetter schon am Vormittag gut besucht, das Marzili in Bern zählt an Spitzentagen bis zu 13 000 Personen, und die Ufschötti in Luzern füllt sich an heissen Wochenenden früh. Wer Platz will, kommt vor elf oder nach fünf.

Der späte Nachmittag hat dabei einen sachlichen Vorteil: Das Oberflächenwasser hat den ganzen Tag Sonne bekommen und ist wärmer als am Morgen, während die Liegeflächen leerer werden. An Seen ist dieser Effekt am deutlichsten, an schnell fliessenden Flüssen kaum vorhanden.

Wenn der Badetag zum Kurzurlaub wird

Manche dieser Orte lohnen mehr als einen Nachmittag. Wer aus dem Badetag ein Wochenende macht, ist mit einer Übernachtung am Wasser gut bedient, etwa im Tessin am Lago Maggiore, wo die Badesaison früher beginnt und länger dauert als nördlich der Alpen.

Und wenn ein solcher Ausflug ansteht, gehört ein schönen urlaub und gute erholung auch dazu: Sommerpausen wirken, wenn sie geplant und nicht bloss abgewartet werden.

Kurz zusammengefasst

Wassertemperatur vor Lufttemperatur prüfen, bei Flüssen den Pegel mitdenken, die Ausstiege vorher kennen, und die Tageszeit nach dem Ort wählen statt umgekehrt. Die aktuellen Messwerte für alle fünf Städte stehen auf der Übersichtsseite.

Häufige Fragen zum Badetag

Woran erkenne ich, ob ein Flussbad heute geht?

An der Wasserführung, nicht am Thermometer. Steigt der Pegel nach Regen im Einzugsgebiet, wird die Strömung schneller, und Ein- und Ausstiege werden schwierig, egal wie warm es ist.

Wann ist das Wasser am wärmsten?

Am späten Nachmittag, und zwar am deutlichsten an Seen. Das Oberflächenwasser hat dann einen ganzen Tag Sonne bekommen. An schnell fliessenden Flüssen ist der Effekt kaum vorhanden.

Wann sind die Badis am leersten?

Vor elf und nach fünf. Die zentral gelegenen Bäder in Zürich sind bei schönem Wetter schon am Vormittag gut besucht, und das Marzili in Bern zählt an Spitzentagen bis zu 13 000 Personen.

Brauche ich für ein Flussbad besondere Ausrüstung?

In Basel praktisch immer einen wasserdichten Schwimmsack: er hält Kleider trocken, gibt Auftrieb und macht Badende für die Schifffahrt sichtbar. An der Aare in Bern zählt vor allem, die Ausstiege vorher zu kennen.