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city-beach.ch Stadtstrände Schweiz

Stadtstrand Schweiz – Beach-Bar, Badi, Wassertemperatur: fünf Städte

Gezeichnete Übersicht Schweizer Stadtgewässer: ein Fluss durch dichte Bebauung, ein Seebecken vor Bergen, ein breiter Wasserfall unterhalb eines langen Gebäudes und vier runde Becken auf einer Terrasse, mit Badenden am Wasserrand

Ein Stadtstrand ist der Ort, an dem eine Stadt im Sommer ans Wasser geht. In der Schweiz ist das selten ein Sandstrand und fast immer ein Fluss, ein See oder ein Weiher. Ein Stadtstrand in der Schweiz ist der Rhein in Basel, die Aare in Bern, der Zürichsee, der Vierwaldstättersee, die Weiher über St. Gallen. Diese Seite sammelt, wo genau, unter welchen Bedingungen, und wie warm das Wasser in diesem Moment ist.

Die aktuelle Wassertemperatur in fünf Städten

Aktuelle Messwerte
Ort Luft Wasser
Basel Rhein, Messstelle Weil, Palmrainbrücke 20° gemessen 23,1° gemessen
Zürich Zürichsee, Messstelle Mythenquai 19° gemessen 24° gemessen
Bern Aare, Messstelle Bern, Schönau 16° gemessen 20,4° gemessen
St. Gallen kein Badegewässer in der Stadt gemessen 15° gemessen keine Messung
Luzern Reuss, Messstelle Luzern, Geissmattbrücke 16° gemessen 22,8° gemessen

Jede Zahl steht unter dem Zeitpunkt, zu dem ihre Messstelle sie erhoben hat; die Zeiten unterscheiden sich, weil die Stellen zu verschiedenen Minuten messen. Abgerufen bei den Quellen am . Der Stand ist der dieses Abrufs. Erzeugt am . Alle Zeiten in Schweizer Zeit. Lufttemperatur von Open-Meteo, Wassertemperatur von Bundesamt für Umwelt BAFU, Hydrologie und, für den Zürichsee, Wasserschutzpolizei Zürich. Für St. Gallen liegt keine Wassermessung vor.

Die Luftwerte kommen von Open-Meteo, die Wasserwerte aus dem Messnetz des Bundesamts für Umwelt und, für den Zürichsee, von der Wasserschutzpolizei Zürich. Jeder Wert steht unter dem Namen der Station, die ihn gemessen hat, weil eine Wassertemperatur ohne ihre Messstelle nichts aussagt: die Sihl ist im Hochsommer mehrere Grad kälter als der Zürichsee, und beides heisst Zürich. Wie diese Zahlen zustande kommen, steht im Beitrag zur Wassertemperatur in der Schweiz.

Eine Wassertemperatur in der Schweiz kommt darum aus zwei verschiedenen Quellen, je nachdem, ob das Gewässer ein Fluss oder ein See ist. Das Bundesmessnetz erfasst Fliessgewässer; für Seen messen andere Stellen. Wer eine Wassertemperatur in der Schweiz nachschlägt, ohne zu prüfen, welche Station dahintersteht, liest im Zweifel die Zahl eines anderen Gewässers.

Die fünf Städte: Stadtstrand, Badi und Beach-Bar

  • Basel

    Rhein

    Basel hat keinen Sandstrand und braucht keinen. Stadtstrand Basel heisst hier der Rhein selbst: ein Fluss, der mitten durch die Stadt fliesst, im Sommer verlässlich warm wird und an dessen Ufern sich zwischen Museum Tinguely, St. Alban und der Dreirosenbrücke eine eigene Badekultur entwickelt hat. Baden im Rhein ist in Basel keine Randerscheinung, sondern der Normalfall.

  • Zürich

    Zürichsee und Limmat

    Zürich verteilt seine Badeplätze über die ganze Stadt. Stadtstrand Zürich meint darum keinen einzelnen Ort, sondern ein Netz: ein Seebad am Zürichsee, eine Badi in Zürich an der Limmat, alles zu Fuss oder mit dem Tram erreichbar.

  • Bern

    Aare

    Stadtstrand Bern heisst Aare, und das Marzili in Bern ist seine Adresse. Schwimmen in der Aare ist hier keine Randerscheinung: Kaum eine andere Schweizer Stadt hat ihr Sommerleben so vollständig an einen Fluss gehängt, und das Aareschwimmen ist in Bern eine als lebendige Tradition erfasste Praxis, nicht bloss ein Freizeitangebot.

  • St. Gallen

    Drei Weieren

    St. Gallen ist die einzige der fünf Städte auf dieser Seite ohne See und ohne badbaren Fluss im Stadtgebiet. Stadtstrand St. Gallen liegt darum nicht am Wasser der Stadt, sondern über ihr: an den Drei Weieren im Quartier St. Georgen, auf der Terrasse oberhalb des Talkessels.

  • Luzern

    Vierwaldstättersee und Reuss

    Luzern ist die einzige der fünf Städte mit einem echten, öffentlichen Sandstrand im Stadtgebiet. Stadtstrand Luzern heisst darum in erster Linie: die Ufschötti in Luzern, wenige Gehminuten südlich des Bahnhofs, frei zugänglich und kostenlos.

Was ein Stadtstrand ist und was eine Badi

Ein Stadtstrand ist eine Badegelegenheit im bebauten Raum: erreichbar zu Fuss oder mit dem Tram, offen für alle, ohne Anreise und ohne Ferien. Der Begriff deckt sehr verschiedene Dinge ab. In Basel meint er ein Uferstück am Rhein, in Luzern eine aufgeschüttete Sandfläche, in Zürich ein Holzbad auf Pfählen im See, in St. Gallen einen Weiher hundert Höhenmeter über der Stadt. Ein Stadtstrand in der Schweiz ist deshalb selten das, was das Wort im Ausland verspricht.

Das Schweizer Wort dafür ist Badi, und es meint die Anlage: Kabinen, Liegewiese, Kiosk, meist ein Becken, oft freier Eintritt. Eine Badi ist damit organisierter als ein Stadtstrand und zugleich etwas Alltäglicheres: sie gehört zur Grundausstattung einer Schweizer Stadt wie eine Bibliothek. Eine Beach-Bar wiederum ist keins von beidem, sondern ein saisonaler Gastronomiebetrieb am Wasser, der ohne Badebetrieb funktioniert und ihn in der Regel auch nicht anbietet.

Diese Seite hält die drei auseinander, weil sie sich unterschiedlich verhalten. Eine Badi hat eine Saison und Öffnungszeiten, ein Fluss hat keine, und eine Beach-Bar hat beides und wechselt ausserdem häufiger den Betreiber, als eine Liste im Netz mithalten kann.

Keine der drei Formen ersetzt eine Reise, und sie will es auch nicht. Ein Stadtstrand ist die Stunde nach Feierabend, nicht die zwei Wochen, in denen jemand schönen urlaub und gute erholung sucht; wer Sandstrand, Palmen und Seeblick beisammen haben will, fährt in der Schweiz am ehesten ins Tessin am Lago Maggiore. Der Reiz einer Badi ist der umgekehrte: Sie fängt vor der Haustür an und verlangt keine Planung.

Vom Badeverbot zurück ins Wasser

Dass man heute mitten in einer Schweizer Stadt in den Fluss steigen kann, ist keine Selbstverständlichkeit und noch nicht einmal alt. Bis Anfang der 1960er-Jahre gab es im Land kaum Kläranlagen. Auf den Gewässern lagen Schaumteppiche, es kam zu ausgedehnten Algenblüten, und vielerorts verfügten die Behörden aus gesundheitlichen Gründen Badeverbote, teilweise bis in die 1970er-Jahre hinein.

Was dann folgte, lässt sich in Zahlen lesen. 1965 waren erst 14 Prozent der Bevölkerung an eine zentrale Kläranlage angeschlossen; 2005 waren es 97. Seit den 1960er-Jahren flossen rund 50 Milliarden Franken in den Ausbau der Abwasserinfrastruktur, rechtlich abgestützt auf das zweite Gewässerschutzgesetz von 1971.

Das Ergebnis ist genau das, was diese Seite beschreibt. Rhein, Aare und Limmat wurden wieder sauber genug, um darin zu schwimmen, und aus einem Verbot wurde eine Gewohnheit. Wer in Basel nach Feierabend in den Rhein steigt, tut etwas, das seinen Eltern noch untersagt war.

Es lohnt sich, das im Kopf zu behalten, wenn auf der Tafel oben eine Wassertemperatur steht. Gemessen wird an diesen Flüssen nicht erst, seit Badende die Zahl wissen wollen, sondern weil der Zustand dieser Gewässer über Jahrzehnte ein politisches Thema war. Die Messstellen sind älter als das Bedürfnis, das sie heute bedienen.

Warum die Schweiz ein Badiland ist

Die Dichte an Badeanstalten in diesem Land ist kein Zufall und auch keine Frage des Klimas. Sie hat einen nüchternen Ursprung: Als die Städte im 19. Jahrhundert wuchsen, hatten die wenigsten Wohnungen ein Badezimmer. Öffentliche Badeanstalten entstanden deshalb zuerst aus hygienischen Gründen, nicht aus Freude am Wasser: sie waren Infrastruktur wie ein Brunnen oder eine Waschküche, und sie standen dort, wo Wasser ohnehin floss.

Die frühen Flussbäder waren entsprechend einfach. Es waren hölzerne Kastenbauten, die nicht im Grund verankert waren, sondern wie Flösse auf dem Wasser trieben; bei Hochwasser oder Sturm nahmen sie Schaden, und viele überstanden nur wenige Jahre. Eines der ältesten erhaltenen Beispiele ist die Männerbadi am Zürcher Schanzengraben, als hölzernes Kastenbad in den 1860er-Jahren gebaut und bis heute in Betrieb; die Angaben zum Baujahr gehen um ein Jahr auseinander, genannt werden 1863 und 1864.

Die Trennung nach Geschlechtern war das Ordnungsprinzip dieser Anlagen, und sie hat sich in den Namen gehalten, lange nachdem die Bretterwände verschwunden sind. Das Frauenbad an der Limmat heisst so, weil es das war. Der Mannenweier über St. Gallen heisst so, weil daneben der Frauenweier liegt. Und das Strandbad Mythenquai in Zürich wurde 1922 mit einer Bretterwand eröffnet, die nach Protesten aus der Bevölkerung wieder verschwand.

Im 20. Jahrhundert kippte der Zweck. Wohnungen bekamen Bäder, die Anstalt verlor ihre hygienische Aufgabe, und wurde zum Freizeitort, den sie heute ist. Das Schweizerdeutsche hat dafür ein eigenes Wort behalten: die Badi meint nicht das Wasser, sondern die Einrichtung, und sie gehört in einer Schweizer Stadt zur Grundausstattung wie eine Bibliothek. Wie tief das reicht, zeigt Bern, wo das Aareschwimmen als lebendige Tradition erfasst ist, nicht als Sportart, sondern als Praxis, die zur Stadt gehört.

Angaben zur Badegeschichte nach SRF Kultur, badi-info.ch und der Kulturgeschichte der Zürcher Badeanstalten; zum Strandbad Mythenquai nach zuerich.com und badi-info.ch.

Der CityBeach, 2008 bis 2011

Zwischen 2008 und 2011 wurde in sechs Schweizer Städten eine Reihe temporärer Stadtstrände betrieben, die sich selbst als «der erste Stadtstrand der Schweiz» bezeichnete. Getragen wurde sie von der CityBeach AG, umgesetzt von einer Luzerner Eventagentur. Der bekannteste Standort lag auf dem obersten Deck des Messeparkings in Basel: 4600 Quadratmeter Sand, vierzig Meter über der Stadt.

Keine dieser Anlagen besteht heute noch. Was von ihnen dokumentiert ist, hält die Übersicht zum CityBeach fest: Standorte, Saisondaten, Öffnungszeiten und Angebot, so wie sie damals ausgewiesen wurden.

Ein Detail am Rand sagt etwas über den Zuschnitt der Reihe: Umgesetzt wurde sie von einer Eventagentur an der Luzerner Haldenstrasse, derselben Uferstrasse am Vierwaldstättersee, an der wenige Hausnummern weiter eine der konzessionierten Schweizer Spielbanken steht, in einem der beliebtesten Urlaubsziele der Schweiz. Seit der Revision des Geldspielrechts 2019 dürfen diese Häuser ihr Angebot auch im Netz führen.

  • CityBeach Messeparking

    Basel · 2008–2011

    Der Basler Stadtstrand auf dem Messeparking: 4600 m², vierzig Meter über der Stadt, belegt 2008 bis 2011.

  • CityBeach Markthalle

    Basel · 2008

    Die Basler Markthalle beherbergte eine Winterausgabe des CityBeach, die meistverlinkte Station der Reihe.

  • Zürich hatte als einzige Stadt zwei Standorte der Reihe. Saison und Öffnungszeiten beider sind für 2010 belegt.

  • CityBeach Einsteinplatz

    Bern · 2009–2011

    Der Berner Standort hiess Einsteinplatz. Belegt sind Gastronomie, Lounges, Veranstaltungen und mehrere Bildserien.

  • CityBeach Olma Arena

    St. Gallen · 2009–2010

    Der St. Galler Standort lag auf dem Olma-Gelände, mit eigener Betriebsgesellschaft und eigener Agentur.

  • CityBeach Sunset Boutique

    Luzern · 2008–2010

    Der Luzerner Standort bot als einziger der Reihe ein Wellnessprogramm und öffnete am frühesten am Tag.

Häufige Fragen zum Stadtstrand in der Schweiz

Welche Schweizer Stadt hat einen echten Sandstrand?

Luzern. Die Ufschötti am Vierwaldstättersee ist eine öffentliche, kostenlose Sandfläche wenige Gehminuten vom Bahnhof entfernt, und das Strandbad Lido hat 300 Meter Sandstrand. Basel, Bern und Zürich baden an Fluss und See ohne nennenswerte Sandflächen, St. Gallen an Weihern.

Wie warm ist das Wasser in Schweizer Städten im Sommer?

Das hängt stark vom Gewässer ab. Ein grosser See wie der Zürichsee erreicht im August über 22 Grad und hält die Wärme bis in den September; ein Alpenfluss wie die Aare in Bern bleibt mehrere Grad darunter und folgt dem Wetter fast unmittelbar. Die Tafel oben zeigt für jede Stadt die zuletzt gemessene Zahl.

Kostet Baden in Schweizer Städten Eintritt?

Meist nicht. Das Marzili in Bern, das Flussbad Oberer Letten in Zürich, der Mannenweier in St. Gallen und die Ufschötti in Luzern sind alle frei zugänglich. Eintritt verlangen vor allem geführte Anlagen wie das Strandbad Lido oder das Frauenbad an den Drei Weieren.

Gibt es den CityBeach noch?

Nein. Die Reihe ist zwischen 2008 und 2011 dokumentiert; keiner der Standorte besteht heute noch. Diese Seite dokumentiert, was von ihnen belegt ist.