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Bern · Aare

Stadtstrand Bern – Aareschwimmen, Marzili, Wassertemperatur der Aare

Stadtstrand Bern heisst Aare, und das Marzili in Bern ist seine Adresse. Schwimmen in der Aare ist hier keine Randerscheinung: Kaum eine andere Schweizer Stadt hat ihr Sommerleben so vollständig an einen Fluss gehängt, und das Aareschwimmen ist in Bern eine als lebendige Tradition erfasste Praxis, nicht bloss ein Freizeitangebot.

Blick über Berner Dächer auf die türkisfarbene Aare und die Becken und Liegewiesen des Marzilibads
Foto: Andreas Praefcke · Bern Aare mit Freibad Marzili.jpg · CC BY 3.0

Das Marzili: Badi und Stadtstrand am Aareufer

Das Marzilibad liegt direkt am Ufer der Aare und gehört zu den grössten und meistbesuchten Badeanlagen der Schweiz: an Spitzentagen zählt es bis zu 13 000 Personen. Es hat ein 50-Meter-Becken, ein Kinderplanschbecken, ein Nichtschwimmerbecken und weite Liegeflächen, und es bietet direkten Zugang zur Aare bei Blick auf das Bundeshaus. Der Eintritt ist frei.

Die Saison 2026 begann am 23. Mai zunächst ohne Becken; die Schwimmbecken sind seit dem 13. Juni in Betrieb, die Saison läuft bis zum 13. September 2026. Neben dem Marzili sind mit dem Eichholz und der Lorraine zwei weitere frei zugängliche Bäder an der Aare in Betrieb.

Das Marzili ist damit weniger eine Badeanstalt als ein öffentlicher Raum, der zufällig ein Schwimmbecken enthält. Der grösste Teil der Fläche ist Wiese, der Zugang zum Fluss ist der eigentliche Grund für den Andrang, und die Zahl von 13 000 Personen an einem Spitzentag beschreibt eher ein Quartier an einem heissen Nachmittag als einen Badibetrieb.

Das Marzili in Bern ist damit der Ort, an dem der Stadtstrand Bern greifbar wird: eine Wiese, ein Fluss und kein Zaun dazwischen. Wer Stadtstrand Bern sagt, meint in aller Regel diese Wiese.

Aareschwimmen: wie der Berner Stadtstrand funktioniert

Geschwommen wird in Bern flussabwärts. Besonders beliebt und für Ungeübte am besten geeignet ist die Strecke vom Campingplatz Eichholz bis zum Marzili: rund anderthalb Kilometer Treiben in kühlem Wasser, mit Blick auf das Bundeshaus und die Altstadtdächer. Schwimmen in der Aare heisst in Bern fast immer diese Bewegung flussabwärts, nicht das Kreuzen eines Beckens.

Die Aare kommt aus dem Alpenraum und bleibt darum kühler als der Rhein bei Basel oder der Zürichsee. Sie führt nach Niederschlägen zudem deutlich schneller. Die Strömung ist der eigentliche Faktor, nicht die Temperatur. Wer die Ausstiege nicht kennt, steigt nicht ein. Das ist die einzige Regel, die beim Schwimmen in der Aare wirklich zählt.

Aktuelle Wassertemperatur der Aare in Bern

Der angezeigte Wert stammt von der Messstelle Bern, Schönau des Bundesamts für Umwelt. Sie liegt rund zwei Kilometer von der Innenstadt entfernt am selben Flussabschnitt, auf dem gebadet wird.

Weil die Aare aus dem Berner Oberland kommt, reagiert ihre Temperatur stark auf Schmelzwasser und Regen. Ein heisser Nachmittag nach einer kühlen Woche bedeutet in Bern nicht automatisch warmes Wasser, und genau darum lohnt sich hier der Blick auf die gemessene Zahl mehr als anderswo.

Messwerte Bern
Ort Luft Wasser
Bern Aare, Messstelle Bern, Schönau 19° gemessen 19,9° gemessen

Der Luft- und der Wasserwert für Bern wurden nicht zur selben Minute erhoben; jede Zahl steht unter dem Zeitpunkt ihrer eigenen Messstelle. Abgerufen bei den Quellen am . Der Stand ist der dieses Abrufs. Erzeugt am . Alle Zeiten in Schweizer Zeit. Lufttemperatur von Open-Meteo, Wassertemperatur von Bundesamt für Umwelt BAFU, Hydrologie, Messstelle Aare bei Bern, Schönau.

Warum die Aare kühler bleibt als jedes andere Stadtgewässer

Die Aare erreicht Bern aus dem Berner Oberland, gespeist von Schmelzwasser und von einem Einzugsgebiet, das bis in den Alpenraum reicht. Sie ist darum systematisch kühler als der Rhein bei Basel und deutlich kühler als der Zürichsee: im Hochsommer liegen zwischen Bern und Zürich regelmässig mehrere Grad.

Sie reagiert auch schneller. Ein Fluss mit alpinem Einzugsgebiet folgt dem Wetter fast unmittelbar: zwei kühle, regnerische Tage im Oberland senken die Temperatur in Bern spürbar, unabhängig davon, wie warm es in der Stadt selbst ist. Ein See würde dieselbe Wetterlage über Wochen wegpuffern.

Genau diese Kopplung macht die gemessene Zahl in Bern nützlicher als anderswo. Sie beschreibt nicht einen Durchschnitt der letzten Woche, sondern den Zustand des Flusses jetzt, und der kann sich von einem Tag auf den anderen um mehrere Grad verschieben.

Der CityBeach am Einsteinplatz in Bern

Bern gehörte zu den Standorten der Reihe, die zwischen 2008 und 2011 unter dem Namen CityBeach betrieben wurde. Der Berner Standort trug den Namen CityBeach Einsteinplatz und folgte dem gleichen Aufbau wie die übrigen: Lounges, Gastronomie mit Cocktails und alkoholfreien Erfrischungsgetränken, ein Veranstaltungsprogramm und eine Fotodokumentation der Saisons.

Getragen wurde die Reihe von der CityBeach AG, umgesetzt von der Eventagentur FirstSoirée aus Luzern. Die Anlage besteht nicht mehr; was dokumentiert ist, steht auf der Seite zum CityBeach Bern.

Was oberhalb des Marzili liegt

Zwischen dem Marzili und der Altstadt fährt seit dem 18. Juli 1885 eine eigene Bahn. Die Marzilibahn ist die kürzeste öffentliche Standseilbahn der Schweiz: 105 Meter Strecke, 31 Höhenmeter, eine Minute Fahrzeit. Bis 1974 wurde sie mit Wasser betrieben, heute befördert sie rund eine Million Personen im Jahr. Ob sie auch die kürzeste Europas ist, ist umstritten: die Zagreber Bahn ist mit 66 Metern kürzer.

Oben steigt man unmittelbar bei der Bundesterrasse aus, also am Bundeshaus, und steht in der Altstadt, die seit 1983 zum Weltkulturerbe zählt. Flussabwärts liegt an der Aare der Bärenpark unterhalb der Nydeggbrücke, weiter oben am Hang der Rosengarten mit dem bekanntesten Blick auf die Altstadtschlaufe.

Diese Nähe ist das Berner Argument. Eine Stadt, in der man vom Parlament in einer Minute zum Fluss fährt und sich dann anderthalb Kilometer weit treiben lässt, hat ihr Sommerleben nicht an den Stadtrand verlegt, sondern in die Mitte.

Die Schwelle, und warum die Ausstiege zählen

Mitten in der Stadt liegt ein Bauwerk, das älter ist als jede Badeordnung: die Mattenschwelle, im Berner Sprachgebrauch schlicht die Schwelli. Sie ist seit dem Mittelalter belegt und diente dazu, Wasser in das Mattequartier abzuleiten, damit sich dort Gewerbe ansiedeln konnte. Der Schwellenmeister wohnte am Schwellenmätteli, am heutigen Dalmaziquai. Die Adresse trägt bis heute seinen Namen.

Für Badende und Böötler ist die Schwelle der Grund, warum die Strecke Regeln hat. Wer sich treiben lässt, muss lange vor dem Marzili auf die linke Seite wechseln und nahe an der Mauer entlang paddeln, um links auszusteigen; wer das verpasst, treibt weiter. Die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft und die Stadt Bern geben dafür Karten heraus, die Gefahrenstellen und Ausstiege von Thun bis zum Wohlensee verzeichnen.

Das ist die unspektakuläre Kehrseite einer Tradition: Aareschwimmen und Aareböötle sind in Bern Alltag, aber ein Fluss mit einem mittelalterlichen Wehr in der Mitte verzeiht Unkenntnis schlecht. Wer die Ausstiege kennt, hat den schönsten Weg durch die Stadt; wer sie nicht kennt, hat ein Problem.

Häufige Fragen zum Stadtstrand Bern

Kostet das Marzili in Bern Eintritt?

Nein. Das Marzilibad ist frei zugänglich, wie auch das Eichholz und die Lorraine.

Wie lange dauert das Aareschwimmen vom Eichholz zum Marzili?

Die Strecke ist rund anderthalb Kilometer lang. Wie lange das Treiben dauert, hängt von der Wasserführung ab: bei hohem Wasserstand geht es deutlich schneller.

Wie kalt ist die Aare in Bern?

Die Aare bleibt kühler als der Rhein bei Basel, weil sie aus dem Alpenraum kommt. Der oben angezeigte Wert ist die zuletzt gemessene Temperatur der BAFU-Messstelle Bern, Schönau.

Wann ist die Marzili-Saison 2026?

Die Anlage öffnete am 23. Mai 2026, die Schwimmbecken sind seit dem 13. Juni in Betrieb, und die Saison läuft bis zum 13. September 2026.

Woher die Angaben stammen

  • Mattenschwelle; SLRG und Stadt Bern · Aarekarte mit Gefahrenstellen und Ausstiegen
  • marzilibahn.ch und standseilbahnen.ch · Marzilibahn, eröffnet 18. Juli 1885, 105 m / 31 Höhenmeter
  • UNESCO · Altstadt von Bern, Welterbe seit 1983
  • Sportamt Bern · Freibad Marzili
  • Lebendige Traditionen (Kanton Bern) · Aareschwimmen in der Stadt Bern
  • badi-info.ch · Marzilibad