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Zürich · Zürichsee und Limmat

Stadtstrand Zürich – Seebad am Zürichsee, Badi und Wassertemperatur

Zürich verteilt seine Badeplätze über die ganze Stadt. Stadtstrand Zürich meint darum keinen einzelnen Ort, sondern ein Netz: ein Seebad am Zürichsee, eine Badi in Zürich an der Limmat, alles zu Fuss oder mit dem Tram erreichbar.

Das Flussbad Oberer Letten an der Limmat in Zürich: volle Liegewiese, Holzstege und der Badeturm am Wasser
Foto: Myriam Thyes · Letten-bad.jpg · CC BY-SA 3.0

Seebad am Zürichsee: Enge und Utoquai

Das Seebad Enge liegt am westlichen Seeufer und ist ganzjährig geöffnet: im Sommer als Badi, im Winter als Sauna. Bar und Selbstbedienungsrestaurant laufen von Mai bis September. Der Blick über den See gehört zum Programm: das Bad steht auf Pfählen im Wasser, nicht am Ufer daneben.

Das Strandbad Mythenquai am westlichen Seeufer ist die älteste der Zürcher Anlagen und zugleich der Ort, von dem die Wassertemperatur auf dieser Seite stammt. Es wurde 1922 eröffnet, zunächst mit einer Bretterwand, die Männer und Frauen trennte und nach Protesten aus der Bevölkerung wieder verschwand. 1951 zerstörte ein Grossbrand die Anlage fast vollständig; der Neubau unter dem Architekten Hans Hubacher war 1952 fertig und prägt das Bad bis heute.

Auf der anderen Seite des Beckens liegt das Seebad Utoquai, ein historischer Holzbau an der Seepromenade beim Bellevue. Es ist heute eines der meistbesuchten Sommerbäder der Stadt und gliedert sich in Sonnenterrassen, teilweise nach Geschlechtern getrennt, zwei kleine Becken und Sprungbretter, von denen aus rund dreissig Meter zu den Bojen geschwommen werden kann.

Ein Seebad am Zürichsee ist damit etwas anderes als ein Ufer mit Zugang zum Wasser: Es ist ein Bauwerk im See, mit Steg, Kabine und Kasse, und es gehört zum Stadtbild wie eine Tramhaltestelle.

Badi in Zürich an der Limmat: das Flussbad Oberer Letten

Das Flussbad Oberer Letten mitten in der Stadt ist eines der beliebtesten Freibäder Zürichs. Es wurde in den 1950er-Jahren als Betonflussbad im Stil der Moderne gebaut und wird auf der gegenüberliegenden Limmatseite durch einen Holzsteg ergänzt. Der Eintritt ist frei, Kleider lassen sich in Kabinen verstauen.

Weiter flussabwärts liegt das Unterere Letten, dazu kommt das Frauenbad an der Limmat. Zusammen mit Utoquai und Enge sind das die kleinen, zentral gelegenen Bäder, die bei schönem Wetter schon am Vormittag gut besucht sind. Wer einen Platz will, kommt früh.

Eine Badi in Zürich kostet in den meisten Fällen nichts und hat dennoch Personal, Kabinen und eine Saison. Genau diese Mischung aus öffentlich und betreut ist der Grund, warum der Stadtstrand Zürich weniger nach Strand aussieht als nach Infrastruktur.

Wassertemperatur Zürichsee: die aktuelle Messung

Der angezeigte Wert stammt von der Messstation Mythenquai der Wasserschutzpolizei Zürich und misst den Zürichsee. Das ist wichtiger, als es klingt: das nationale Messnetz des Bundes erfasst in der Region nur Fliessgewässer, und die Sihl ist im Hochsommer mehrere Grad kälter als der See. Eine Wassertemperatur für Zürich, die aus der Sihl stammt, beschreibt nicht das Wasser, in dem in Zürich gebadet wird.

Der Zürichsee ist ein Flachwassersee mit grosser Oberfläche und erwärmt sich im Sommer stärker als ein Fluss. Er hält die Wärme auch länger: im September liegt er oft noch über der Lufttemperatur eines kühlen Morgens.

Wer den Stadtstrand Zürich am wärmsten Wasser sucht, geht deshalb an den See und nicht an den Fluss, und zwar möglichst spät am Tag.

Messwerte Zürich
Ort Luft Wasser
Zürich Zürichsee, Messstelle Mythenquai 21° gemessen 23,8° gemessen

Der Luft- und der Wasserwert für Zürich wurden nicht zur selben Minute erhoben; jede Zahl steht unter dem Zeitpunkt ihrer eigenen Messstelle. Abgerufen bei den Quellen am . Der Stand ist der dieses Abrufs. Erzeugt am . Alle Zeiten in Schweizer Zeit. Lufttemperatur von Open-Meteo, Wassertemperatur von Wasserschutzpolizei Zürich, Messstelle Zürichsee bei Mythenquai.

See oder Fluss: warum die Wahl in Zürich das Wasser ändert

Zürich hat zwei völlig verschiedene Badegewässer im Stadtgebiet, und der Unterschied ist im Sommer deutlich spürbar. Der Zürichsee ist ein grosser, flacher Wasserkörper mit enormer Oberfläche: er nimmt Wärme langsam auf, hält sie dafür lange und liegt im August regelmässig über 22 Grad. Die Limmat, die aus diesem See abfliesst, ist an ihrem Ursprung noch fast gleich warm, kühlt aber auf dem Weg durch die Stadt ab und fliesst dabei spürbar.

Für Badende heisst das: Wer schwimmen will, geht an den See; wer sich treiben lassen will, geht an die Limmat. Die Seebäder sind Becken im Wasser, die Flussbäder sind Ein- und Ausstiege an einer Strömung. Beides heisst in Zürich Badi, und beides ist zu Fuss vom Hauptbahnhof erreichbar.

Der Saisonrhythmus folgt derselben Logik. Die Seebäder öffnen früher im Jahr und schliessen später, weil der See die Wärme puffert; die Flussbäder sind im Hochsommer angenehmer, wenn die Strömung die Abkühlung liefert, die man an einem heissen Nachmittag sucht.

Der CityBeach Lakeside in Zürich

Dieselbe Trägerschaft, die den Basler Stadtstrand auf dem Messeparking führte, betrieb in Zürich gleich zwei temporäre Stadtstrände: City Beach Zürich und CityBeach Lake Side. Für 2010 sind beide mit eigener Saison belegt: der eine ab dem 30. April, der andere ab dem 1. Mai, beide bis Ende August. Über welche weiteren Jahre die beiden Zürcher Anlagen liefen, geht aus den erhaltenen Quellen nicht hervor; die überlieferten Seiten der Reihe nennen Saisons von 2008 bis 2011.

Keine der beiden Anlagen besteht mehr. Was aus zeitgenössischen Quellen über sie dokumentiert ist, steht auf der Seite zum CityBeach in Zürich.

Was rund um die Badis liegt

Die Zürcher Bäder liegen alle an Orten, an denen ohnehin etwas los ist, und das ist Teil ihres Charakters. Das Seebad Enge grenzt direkt an das Arboretum, den Uferpark mit dem alten Baumbestand; wer aus dem Bad kommt, steht in einer Parkanlage und nicht an einer Strasse. Das Utoquai liegt am anderen Ufer, wenige Schritte vom Bellevue, also mitten im Verkehr, und trotzdem auf dem Wasser.

Weiter aussen, am Zürichhorn, liegen der Chinagarten und die Uferwiesen, die an heissen Abenden voller sind als jede Badi. Auf der anderen Seite der Stadt, gleich beim Flussbad Oberer Letten, beginnt das Viadukt mit seinen Bögen, und flussabwärts steht das Landesmuseum an der Stelle, wo Sihl und Limmat zusammenkommen.

Für Gäste heisst das: Man muss in Zürich nicht zwischen Baden und Stadtbesuch wählen. Die Strecke von der Enge über das Bellevue bis zum Letten ist zu Fuss zu machen, führt an drei Bädern vorbei und deckt nebenbei einen guten Teil dessen ab, wofür man sonst eine Stadtführung bucht.

Wenn die Badi am Abend zur Bar wird

Zwei der Zürcher Bäder haben eine zweite Schicht. Das Frauenbad am Stadthausquai ist ein hölzernes Kastenbad, das auf der Limmat schwimmt und am Ufer vertäut ist; 1888 wurde es im Jugendstil erneuert. Tagsüber ist es Frauen vorbehalten, ab 20 Uhr wird daraus die Barfussbar, offen für alle, mit Musik und Programm über den ganzen Sommer bis Mitternacht.

Dasselbe Prinzip gilt am Schanzengraben. Die dortige Männerbadi ist das älteste erhaltene Bad der Stadt (die Angaben zum Baujahr gehen um ein Jahr auseinander, genannt werden 1863 und 1864) und wird am Abend zur Rimini-Bar, ebenfalls für alle offen.

Diese Doppelnutzung erklärt einen guten Teil dessen, was in Zürich Badi genannt wird. Eine Anlage, die morgens Schwimmbetrieb ist und abends Ausgang, gehört nicht in die Kategorie Freizeitanlage, sondern in die Kategorie Quartierlokal, nur mit Wasser darunter. Und sie ist der Grund, warum ein Sommerabend in Zürich oft an derselben Adresse endet, an der der Nachmittag begonnen hat.

Häufige Fragen zum Stadtstrand Zürich

Welches ist das beste Seebad in Zürich?

Das hängt davon ab, was gesucht wird. Das Seebad Enge bietet den weitesten Seeblick und ist ganzjährig offen, das Utoquai die zentralste Lage beim Bellevue, das Flussbad Oberer Letten die Strömung der Limmat bei freiem Eintritt.

Wie warm ist der Zürichsee gerade?

Der oben angezeigte Wert ist die zuletzt gemessene Temperatur der Station Mythenquai. Sie wird laufend erhoben und stammt von der Wasserschutzpolizei Zürich.

Kostet das Flussbad Oberer Letten Eintritt?

Nein. Das Flussbad Oberer Letten ist frei zugänglich; Kabinen zum Verstauen der Kleider sind vorhanden.

Gab es in Zürich einen Stadtstrand namens Lakeside?

Zwischen 2008 und 2011 liefen in Zürich zwei temporäre Stadtstrände der Reihe: City Beach Zürich und CityBeach Lake Side. Was davon dokumentiert ist, steht auf der Seite zum CityBeach in Zürich.

Woher die Angaben stammen

  • Frauenbad Stadthausquai und Barfussbar; Männerbadi Schanzengraben und Rimini-Bar
  • Stadt Zürich · Arboretum, Zürichhorn, Chinagarten
  • stadt-zuerich.ch · Sommerbäder, Seebad Utoquai
  • zuerich.com und badi-info.ch · Strandbad Mythenquai (Eröffnung 1922, Brand 1951, Neubau 1952)
  • zuerich.com · Freibäder in Zürich
  • Wasserschutzpolizei Zürich · Messstation Mythenquai